Individuelle Unterschiede in habituellen sozialen Zielen und täglichem Wohlbefinden: Die Rolle von Alter und Beziehungsnähe

Anlässlich der Veröffentlichung eines neuen Artikels über soziale Motivation und Alter im European Journal of Personality wurde ein Interview mit Jana Nikitin durchgeführt. Im Rahmen des Gesprächs werden wichtige Befunde der Studie sowie deren wissenschaftliche Bedeutung diskutiert. So zeigt sich beispielsweise, dass jüngere und ältere Personen ähnliche soziale Ziele verfolgen, wenn es um nahe Beziehungen geht, sich jedoch bei der Verfolgung sozialer Ziele in peripheren Beziehungen unterscheiden. Dies bedeutet, dass Befunde zu sozialer Motiavtion, die in einer bestimmten Altersgruppe gefunden wurden, nicht unbedingt auf eine andere Altergruppe generalisierbar sind. Des Weiteren spricht die Autorin über ihre persönliche Laufbahn in der Wissenschaft und hält einige Ratschläge für angehende Wissenschaftler bereit.


Besser leben mit erreichbaren Zielen

Im Rahmen einer grossangelegten Langzeitstudie widmeten sich Angehörige des Forschungsschwerpunktes Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie der Untersuchung von Zielen im Erwachsenenalter. Dabei wurden Lebensziele hinsichtlich ihres Inhalts, des Zusammenspiels von Wichtigkeit und Erreichbarkeit sowie deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden untersucht. Die Ergebnisse zeigen inhaltliche Veränderungen in der Zielsetzung über die Lebensspanne und dass das Setzen von erreichbaren Zielen eine besondere Bedeutung für die Lebenszufriedenheit hat.

Eine ausführlichere Zusammenfassung der Ergebnisse wurde in den News der Universität Basel veröffentlicht. Die vollständige Publikation ist hier zu finden.


Interview mit UNI NOVA zum unterschätzten Alter

In einem Interview mit UNI NOVA sprach Jana Nikitin über die häufig anzutreffende Annahme, das Alter sei ein reiner Abbauprozess. Obwohl ein Abbau in gewissen Bereichen nicht zu leugnen ist, gibt es auch im Alter noch Wachstumsprozesse. Dabei weisen ältere Menschen vor allem im sozialen Bereich Stärken auf, die dem Stereotyp vom einsamen, alten Menschen widersprechen. Ältere Personen sind interessierter daran und geschickter darin, negative soziale Erlebnisse zu vermeiden. Zudem zeigen sie eine grössere Bereitschaft auf die Bedürfnisse ihres Gegenübers einzugehen, auch wenn sie diese nicht unbedingt nachvollziehen können.


U.S.-Hong Kong 2018 Conference "Aging across Time and Contexts"

Jana Nikitin ist eine der Keynote-Speaker an der U.S.-Hong Kong 2018 Conference. Der Titel der diesjährigen Konferenz ist "Ageing across Time and Contexts". Dabei stehen die Herausforderungen im Zentrum, die sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft durch die zunehmende Langlebigkeit entstehen. Weitere Keynote-Speaker sind David Ekherdt, Klaus Rothermund, Stephan Lessenich, Thomas Hess, Frieder Lang unter Anderen.

Die Deadline für die Annahme weiterer Konferenzbeiträge wurde bis 01.02.2018 verlängert.


Wahl von Jana Nikitin in den Vorstand der European Association for Developmental Psychology

Im November 2017 wurde Jana Nikitin in den Vorstand der European Association for Developmental Psychology (EADP) gewählt. Im Rahmen ihrer Vorstandstätigkeiten wird sie sich für die Erweiterung des Gegenstandsbereichs auf die Entwicklung im Erwachsenenalter und für eine bessere Sichtbarkeit und stärkere Einbindung der Entwicklungspsychologie aus den mittel- und osteuropäischen Ländern einsetzen.


Sarah Hoppler (ganz links) bei der Verleihung des Semesterpreises Herbstsemester 2016 für ihre Abschlussarbeit mit dem Titel "Der Zusammenhang von Steroidhormon-Konzentrationen und depressiver Symptomatik bei Männern im Altersverlauf".

Semesterpreis für Sarah Hoppler

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie freuen sich ausserordentlich, ihrer Kollegin Sarah Hoppler zum erhalt des Semesterpreises des Herbstsemesters 2016 gratulieren zu dürfen. Mit diesem Preis wurde ihre Masterarbeit als eine der 30 besten Semesterarbeiten des Herbstsemesters 2016 an der Universität Zürich ausgezeichnet. Die Arbeit mit dem Titel "Der Zusammenhang von Steroidhormon-Konzentrationen und depressiver Symptomatik bei Männern im Altersverlauf" lässt sich folgendermassen zusammenfassen:

Mindestens ein Viertel der älteren Bevölkerung ist von depressiver Symptomatik betroffen. Diese Masterarbeit ging der Frage nach, welche physiologischen Prozesse depressiver Symptomatik bei älteren Männern zugrunde liegen. Über den Altersverlauf hinweg finden physiologische Abbauprozesse statt, die zu veränderten Hormonkonzentrationen führen können. Ein Kandidat ist das Hormon Östradiol (E2), welches den antidepressiven Effekt von Serotonin unterstützt. Die Masterarbeit konnte zeigen, dass erhöhte depressive Symptomatik bei Männern zwischen 65-75 Jahre mit einer verminderten Konzentration von Östradiol (E2) einhergeht. Dies deutet darauf hin, dass Östradiol (E2) über dessen Einfluss auf das serotonerge System eine indirekt antidepressive Wirkung hat. Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft und den Ergebnissen der Masterarbeit scheint eine psychologische Begleitung im Alter insbesondere hinsichtlich depressiver Symptomatik prüfenswert.

Die vollständige Arbeit kann an der Zentralbibliothek Zürich eingesehen werden.