Propädeutikum

Das Modul Propädeutikum bestimmt nach Bedeutung, Umfang und Anforderung massgeblich das erste Studienjahr. Im Propädeutikum können insgesamt 52 Kreditpunkte erworben werden, was fast einem Drittel der Kreditpunkte für das Bachelorstudium entspricht, und die propädeutischen Klausuren sind eine anspruchsvolle Hürde, die es für die Weiterführung des Studiums zu meistern gilt.

Propädeutische Vorlesungen

Die propädeutischen Vorlesungen werden über zwei Semester geführt, d.h. im Herbstsemester findet Teil I und im Frühjahrsemester Teil II statt. Für beide propädeutischen Vorlesungen werden am Ende das Frühjahrsemesters die propädeutischen Klausuren durchgeführt, d.h. dann werden beide Vorlesungen geprüft. Im Folgenden werden die Inhalte und Ziele der propädeutischen Vorlesungen beschrieben.

Forschungsmethoden und Statistik 

In den propädeutischen Vorlesungen "Forschungsmoethoden und Statistik I und II" werden grundlegende Konzepte der deskriptiven Statistik und der Inferenzstatistik eingeführt, ausgewählte wissenschaftstheoretische Grundlagen psychologischer Forschung vorgestellt sowie verschiedene Methoden der Datenerhebung und grundlegende Aspekte der Versuchsplanung behandelt. Besonderes Gewicht wird auf das psychologische Experiment aus methodologischer Sicht gelegt. 

Kognitionspsychologie

Kognitive Leistungen der Wahrnehmung, des Gedächtnisses, des Denkens und Problemlösens, des menschlichen Sprechens und Sprachverstehens, aber auch die Evolution und Funktionen menschlicher Emotionen sowie der motivationalen Antriebskräfte menschlichen Handels sind Gegenstand der propädeutischen Vorlesungen "Kognitionspsychologie I und II". Das Ziel der beiden Vorlesungen besteht in der Vermittlung von kognitionspsychologischen, und evolutionspsychologischen Theorien und Modellen, die das Verhalten und die Kognitionen des Menschen in Form allgemeiner Gesetzmässigkeiten beschreiben und erklären.

Biologische Grundlagen

Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse im Bereich der Neurobiologie, der (Sinnes-) Physiologie und der (Neuro-) Anatomie, aber auch Wissen über die neurobiologischen Grundlagen psychischer Vorgänge. Im Fokus steht die Funktion sowohl mikroskopischer (einzelne Nervenzellen), als auch makroskopischer (Gehirn) Strukturen. Zusäzlich werden Kenntnisse über nicht-neuronale Systeme (z.B. kardiovaskuläres System) vermittelt, die psychische Vorgänge beeinflussen und mit dem Entstehen psychischer Störungen verbunden sein können. 

Sozialpsychologie

Die Sozialpsychologie erforscht das Fühlen, Denken und Handeln von Individuen in sozialen Kontexten. Wichtige Themen sind Einstellungs- und Urteilsbildung, Personenwahrnehmung, soziale Identität und Selbstkonzept, sowie Interaktionen und Beziehungen zwischen Individuen und Gruppen, Hilfeverhalten, Aggression und interpersonale Attraktion. Sozialpsychologische Forschungsergebnisse erlauben ein Verständnis des sozialen Miteinanders im privaten Bereich sowie in politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen. 

Entwicklungspsychologie 

Entwicklungspsychologie befasst sich mit Veränderungen im menschlichen Erleben und Verhalten und dem Aufbau von relevanten Funktions- und Verhaltenssystemen über die gesamte Lebensspanne und hat es zum Ziel, Veränderungen über die gesamte Lebensspanne zu beschreiben, Entwicklungsbedingungen und ihre Auswirkung auf den Lebenslauf zu analysieren, künftige Entwicklungsverläufe vorherzusagen sowie Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Entwicklungsrisiken und Entwicklungsauffälligkeiten aufzuzeigen. In den propadeutischen Vorlesungen liegt der Schwerpunkt auf den ersten beiden Lebensdekaden menschlicher Entwicklung, d.h. intrauterine Entwicklung, Säuglingsalter, Kindheit, Jugendalter und junges Erwachsenenalter. 

Klinische Psychologie

Die Klinische Psychologie untersucht die biologischen, sozialen, entwicklungs- und verhaltensbezogenen, kognitiven und emotionalen Grundlagen und Auswirkungen psychischer Störungen und Probleme und fokussiert dabei auf wissenschaftliche Erforschung und Evaluation von Phänomenologie, Ätiologie, Epidemiologie, Prävention, Behandlung und Rehabilitation psychischer Störungen und somatischer Erkrankungen sowie deren Auswirkungen auf das Individuum, sein soziales Umfeld und die Gesellschaft. Ziel ist es, klinische Phänomene zu beschreiben, zu klassifizieren, und deren Vorhandensein oder Abwesenheit zu erklären und vorherzusagen, ihr Auftreten zu verhindern oder zu behandeln und ihre Zusammenhänge mit sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen aufzuklären und zu beeinflussen.
 

Propädeutische Klausuren

Das erste Studienjahr wird mit den sechs propädeutischen Klausuren, welche jährlich am Ende der Vorlesungszeit sowie zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit des Frühjahrssemesters stattfinden, abgeschlossen. Es müssen alle sechs propädeutischen Klausuren erfolgreich absolviert worden sein, bevor Kreditpunkte ausserhalb des propädeutischen Moduls erworben werden können, ausgenommen das Modul Einführung, Veranstaltungen im ausserfakultären Wahlbereich und die Teilnahme an psychologischen Untersuchungen. Die propädeutischen Vorlesungen sind eine ernst zu nehmende Hürde im Studium, die es zu meistern gilt. Propädeutische Klausuren werden von den für die entsprechenden Vorlesungen zuständigen Dozierenden gestellt und benotet.

Anmeldung zu den propädeutischen Klausuren

Das Belegen der propädeutischen Vorlesungen führt automatisch zur Anmeldung zu den propädeutischen Klausuren. Innerhalb der Belegfrist können Sie sich von den Veranstaltungen und somit den propädeutischen Prüfungen abmelden, ausserhalb dieser Frist ist eine Abmeldung nicht mehr möglich. Als Ausnahme gelten Härtefälle, welche mit einem Antrag an die Prüfungskommission begründet werden müssen.

Nichtbestehen und Wiederholungklausuren

Nichtbestandene propädeutische Klausuren können einmal wiederholt werden. Studierende, die im ersten Versuch nicht bestanden haben, sind automatisch zur Wiederholungsprüfung angemeldet. Die Wiederholungstermine sind spätestens Ende der Semesterferien zwischen Frühjahr- und Herbstsemester und werden in den Terminen für das Bachelorstudium angegeben. Eine Abmeldung von der Wiederholung der propädeutischen Klausuren ist bis 10 Tage vor dem Klausurstermin dem Studiendekanat per Email mitzuteilen. Eine propädeutische Klausur gilt auch dann als nichtbestanden, wenn eine Studentin beziehungsweise ein Student einer propädeutischen Klausur trotz Anmeldung fernbleibt. Als Ausnahme gelten Härtefälle, welche mit einem Antrag an die Prüfungskommission begründet werden müssen. Ein zweites Nichtbestehen einer propädeutischen Klausur führt zum Ausschluss vom Studium der Psychologie in der Schweiz. 

Einsicht propädeutische Klausuren 

Bei Nichtbestehen einer propädeutischen Klausur besteht Anrecht auf Prüfungseinsicht. Die Anmeldung zur Prüfungseinsicht ist obligatorisch und erfolgt per Email. Die Termine für die Prüfungseinsicht werden in den Terminen für das Bachelorstudium angegeben. Die Prüfungseinsicht erfolgt persönlich und es werden keine zusätzlichen oder persönlichen Termine zur Prüfungseinsicht vergeben.