Fakultätspreise

Die Fakultät für Psychologie verleiht seit dem Jahr 2006 verschiedene Preise.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau Dr. phil. Olivia Manicolo für die Doktorarbeit «Gait in Single- and Dual Task Conditions: Investigations of Children with and without Developmental Risks and Disorders». Bislang wurden Gangmerkmale vor allem bei Erwachsenen und Erwachsenen im höheren Alter untersucht. Die Preisträgerin untersuchte Gangcharakteristika bei vier verschiedenen Stichproben im Kindes- und Jugendalter, nämlich bei entwicklungsunauffälligen Kindern, ehemals frühgeborenen Kindern, Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und Kindern mit Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizit Syndrom (ADHS), und prüfte, ob und inwiefern das Gehen durch kognitive und motorische Zusatzaufgaben beeinflusst wird. Es zeigte sich, dass Gangcharakteristika von Kindern mit zunehmendem Alter stabiler werden. Dieser Befund galt sowohl beim einfachen Gehen als auch beim Lösen von Zusatzaufgaben während des Gehens. Zudem stellte sich bei Kindern mit ADHS und ASS im Vergleich zu entwicklungsunauffälligen Kindern ein Entwicklungsrückstand in der Gangvariabilität heraus. Das Ausführen einer Zusatzaufgabe während des Gehens hatte bei allen untersuchten Probanden eine Veränderung der Gangparameter zur Folge. Dies verdeutlicht, dass das Gehen keine völlig automatisierte Verhaltensweise darstellt, sondern kognitive Prozesse beansprucht. Unter Ko-Autorenschaft sind die Ergebnisse der Doktorarbeit in fünf Fachzeitschriftenartikel veröffentlicht. Insgesamt belegen die Resultate, dass der Gang einen wichtigen Bestandteil der motorischen Entwicklung mit reifungsbedingten Veränderungen auch nach der frühen Kindheit darstellt.

Der Preis wurde weiter verliehen an:

Frau Dr. phil. Klara Sifalakis-Spalek für ihre Arbeit «Sex-dependent dissociation between emotional appraisal and memory: a large-scale behavioral and fMRI study». In ihrer hervorragenden Arbeit hat Frau Sifalakis-Spalek geschlechterspezifische Unterschiede in der Informationsverarbeitung nachgewiesen. In zwei gross angelegten Untersuchungen hat sie zeigen können, dass Frauen emotionale Bildinhalte – und im Besonderen negative Inhalte – als stärker emotional bewerten als männliche Studienteilnehmer. Ferner konnte sie erstmalig nachweisen, dass die stärkere Bewertung negativer emotionaler Bildinhalte der Frauen mit einer stärkeren Hirnaktivierung in motorischen Arealen einhergeht. Da viele neuropsychiatrische Erkrankungen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufweisen, ist diese Studie von grosser Bedeutung für die psychiatrische Forschung und hat dementsprechend weltweites Echo ausgelöst.

 

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. rer. nat. Sebastian Gluth für seine Arbeit «Effective connectivity between hippocampus and ventromedial prefrontal cortex controls preferential choices from memory». Dr. Sebastian Gluth untersucht in seiner Arbeit die Rolle des Gedächtnisses bei menschlichen Präferenzen. Dabei wird gezeigt, dass Menschen häufig erinnerte Alternativen besseren, aber unbekannten Alternativen vorziehen. Durch die Anwendung neurowissenschaftlicher Methoden konnte dieser Effekt mit einer verstärkten Kopplung des Hippocampus und des ventro medialen präfrontalen Kortex erklärt werden. Die Studie trägt somit zu einem besseren Verständnis der kognitiven und neuronalen Grundlagen von Entscheidungen bei.

Der Preis wurde weiter verliehen an:

Frau Dr. phil. Angela Heck für ihre Arbeit «Converging genetic and functional brain imaging evidence links neuronal excitability to working memory, psychiatric disease, and brain activity».  Angela Heck hat in ihrer hervorragenden Arbeit eine Gruppe von Genen beschrieben, welche für eine intakte Gedächtnisleistung verantwortlich sind und mit dem Risiko des Auftretens der Schizophrenie assoziiert sind. Darüber hinaus hat sie anhand von anspruchsvollen Analysen zeigen können, dass die Aktivierung des menschlichen Gehirns in bestimmten Regionen während des Lösens von Gedächtnisaufgaben von dieser Gengruppe abhängt. Ihre Arbeit hat weltweites Echo ausgelöst und bereits neue Untersuchungen im Forschungsgebiet der molekularen und kognitiven Neurowissen-schaften angestossen.

Der Preis wurde weiter verliehen an:

Frau Dr. phil. Janina Hoffmann für ihre Arbeit «Pillars of Judgment: How Memory Abilities Affect Performance in Rule-Based and Exemplar-Based Judgments». Die Arbeit von Janina Hoffmann hat eindrucksvoll die Beziehung zwischen menschlichen Gedächtnisfähigkeiten und Urteilsvermögen aufgezeigt. Frau Hoffmann konnte dabei einen positiven Zusammenhang zwischen der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses und des episodischen Langzeitgedächtnisses mit der korrekten Anwendung unterschiedlicher Urteilsstrategien nachweisen. Diese Erkenntnisse haben besondere Bedeutung für die kognitive Verankerung von Urteils- und Entscheidungstheorien.


Schwizerhüsli-Preis

Der Nachwuchsförderpreis der Studentischen Verbindung «Schwizerhüsli» wird verliehen an:

Frau Esther Ineichen, M Sc für ihre Masterarbeit «Der Einfluss des sozio-ökonomischen Status auf den frühkindlichen Wortschatz und die mediierende Rolle der Anzahl sprachbezogener Aktivitäten und der Bildungsaspirationen für Kinder mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache». Mit ihrer Masterarbeit trug Frau Ineichen massgeblich zum Verständnis der Entwicklung des frühkindlichen Wortschatzes von Kindern bei. Frau Ineichen zeigt, dass der Wortschatz eines dreijährigen Kindes wesentlich durch die Anzahl von sprachlichen Aktivitäten der Eltern bestimmt wird und dass diese Aktivität mit dem sozioökonomischen Status der Eltern im Zusammenhang steht.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. phil. Nicolas Berkowitsch für seine Arbeit «Rigorously Testing Multialternative Decision Field Theory Against Random Utility Models». Die Arbeit von Nicolas Berkowitsch stellt eindrucksvoll die Vorteile der kognitiven Modellierung gegenüber herkömmlichen statistischen Ansätzen unter Beweis. Dr. Berkowitsch hat die mathematische Formalisierung psychologischer Ent-scheidungsmodelle verbessert und erweitert. Er hat zudem zeigen können, wie diese Modelle sogenannte Kontexteffekte erklären und vorhersagen können. Dieser Ansatz erlaubt, zu neuen Erkenntnissen über die kognitiven Prozesse, die beobachtbarem Verhalten zugrunde liegen, zu kommen, und ermöglicht so ein tieferes Verständnis menschlichen Verhaltens.

Der Preis wurde weiter verliehen an:

Herrn Dr. med. Dr. phil. Nils Hadziselimovic für seine Arbeit «Forgetting is regulated via Musashi-mediated translational control of the Arp2/3 complex». Nils Hadziselimovic hat in seiner hervorragenden Arbeit einen neuartigen molekularen Mechanismus entdeckt, welcher den Prozess des Vergessens aktiv steuert. Darüber hinaus hat er anhand von anspruchsvollen Experimenten zeigen können, dass das Gleichgewicht zwischen zwei Proteinen über die Lebensdauer einer gespeicherten Information entscheidet. Seine Arbeit hat weltweites Echo ausgelöst und bereits neue Untersuchungen im Forschungsgebiet der molekularen und kognitiven Neurowissenschaften angestossen.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. phil. Joe Kossowsky für seine Forschungsarbeit «The separation anxiety hypothesis of panic disorder revisited: a meta-analysis» In seiner Metaanalyse hat Herr Dr. Joe Kossowsky die langfristigen Folgen von starker Trennungsangst in der Kindheit auf die Prävalenz psychischer Störungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die an einer klinisch bedeutsamen Störung mit Trennungsangst leiden, ein erhöhtes Risiko für Panikstörungen und andere Angststörungen aufweisen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit von Dr. Joe Kossowsky erweitern das entwicklungspsychopathologische Verständnis der Trennungsangst und bieten damit wertvolle Ansatzpunkte zur Prävention psychischer Störungen.

Der Preis wurde weiter verliehen an:

Frau Dr. phil. Julia Friederike Sowislo für ihre Forschungsarbeit «Does Low Self-Esteem Predict Depression and Anxiety? A Meta-Analysis of Longitudinal Studies». In der Arbeit hat Julia Friederike Sowislo konkurrierende Modelle zum Zusammenhang zwischen niedrigem Selbstwertgefühl und Depressivität mit einer umfassenden Metaanalyse von Längsschnittdaten getestet. Die stärkste Bestätigung erhielt das Vulnerabilitätsmodell, welches besagt, dass niedriges Selbstwertgefühl ein prospektiver Risikofaktor für Depressivität ist. Die Ergebnisse der sorgfältigen und methodisch innovativen Arbeit haben wichtige theoretische Implikationen, weil sie der häufig geäusserten Behauptung zuwiderlaufen, dass das Selbstwertgefühl keine längerfristigen Einflüsse auf das Leben des Individuums hat. Die Ergebnisse haben zudem wichtige praktische Implikationen, weil sie nahelegen, dass das Depressionsrisiko durch selbstwertfördernde Interventionen verringert werden kann.


Amerbach-Preis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den Amerbach-Preis 2013 der Universität Basel an:

Herrn Dr. Benjamin Scheibehenne der im Rahmen seiner Tätigkeiten an der Universität Basel innovative Beiträge zum Verständnis kognitiver Prozesse bei ökonomischen Entscheidungen geleistet hat. Seine Arbeiten untersuchen psychologische Theorien, die davon ausgehen, dass Menschen über ein Repertoire von unterschiedlichsten Strategien verfügen, um Urteils- und Entscheidungsprobleme zu lösen. Zum Test dieser Theorien hat er einen neuen Ansatz im Rahmen der Bayesianischen Statistik entwickelt. Die Forschungsergebnisse von Dr. Benjamin Scheibehenne wurden in ausgezeichneten internationalen Zeitschriften publiziert. Sie sind sehr originell und werden die Theoriebildung in der Psychologie positiv beeinflussen.

Emilie-Louise-Frey-Preis zur Förderung junger Wissenschafterinnen

Der von der Vereinigung Basler Universitätsdozentinnen und der Akademikerinnen-Vereinigung Basel zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen gestiftete Emilie-Louise-Frey-Preis zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses geht an:

Frau Dr. Mirjam Jenny hat mit ihrer kumulativen Dissertation «Modeling how people judge, choose, and change their mind» eine anspruchsvolle wissenschaftliche Fragestellung im Bereich der Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie unter Einsatz von innovativen mathematischen Modellen sehr erfolgreich gemeistert. Ihre brillante Arbeit wurde in ausgezeichneten internationalen Zeitschriften publiziert und bewegt sich in einem Forschungsfeld, in dem wenige Frauen tätig sind. Darüber hinaus hat sich Dr. Mirjam Jenny während ihrer Studien- und Promotionszeit aktiv im Bereich Gleichstellung engagiert.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau Dr. phil. Renata Suter für ihre Forschung über «Time and Moral Judgment». ln ihrer experimentellen Arbeit demonstriert sie, wie moralische Urteile unter anderem davon abhängen, wie viel Zeit dem Urteilenden zur Verfügung steht. Je mehr dieser unter Zeitdruck agieren muss, desto stärker folgen seine Urteile deontologischen anstelle von konsequentialistischen Normen. Renata Suter kann mithilfe der sorgfältigen und kreativen Manipulation von Reaktionszeit zeigen, dass konsequentialistische Urteile kognitive Kontrolle erfordern und dass diese wiederum Zeit in Anspruch nimmt. Ihre Arbeit hat unser Verständnis um die kognitiven Prozesse, die dem moralischen Urteil zugrunde liegen, entscheidend erweitert.

Der Preis wird weiter verliehen an:Frau PD Dr. rer. nat. Marion Tegethoff für ihre Forschung über «Inhaled Glucocorticoids during Pregnancy and Offspring Pediatric Disorders: A National Cohort Study». Mit ihrer wegweisenden Arbeit zur Erforschung von gesundheitlichen Langzeitfolgen bei Kindern von Müttern, denen während der Schwangerschaft inhalative Glukokortikoide zur Behandlung von Asthma verabreicht wurden, erweitert Marion Tegethoff massgeblich das Wissen über die Auswirkungen pränataler Einflüsse auf die Entwicklung der kindlichen Gesundheit. Sie konnte mit ihren Kollegen erstmalig nachweisen, dass die Inhalation von Glukokortikoiden zur Behandlung von Asthma während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für die Kinder verbunden ist, bereits in den ersten Lebensjahren eine endokrine Erkrankung oder Stoffwechselstörung zu entwickeln. Damit leistet sie einen zentralen Beitrag zur Bedeutung von pränatalen Risikofaktoren für die gesundheitliche Entwicklung in der frühen Kindheit.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. Benjamin Scheibehenne für seine Forschung «Expectations of Clumpy Resources Influence Predictions of Sequential Events». Benjamin Scheibehenne zeigt mit seiner hochkarätig publizierten experimentellen Arbeit im Bereich der Wirtschaftspsychologie, dass Menschen zufällige Abfolgen von Ereignissen als vorhersagbar wahrnehmen und gleichzeitig real existierende Regelmässigkeiten systematisch übersehen. Die Ein-sichten dieser Arbeiten ermöglichen unter anderem ein besseres Verständnis des Verhaltens an Finanzmärkten, bei dem Finanzanleger nicht existierende Trends falsch einschätzen.

Der Preis wird weiter verliehen an:

Herrn Dr. Christian Vogler für seine Dissertation «Novel methods for the study of human cognition-related genetic variation». Christian Vogler modifiziert mit seiner hervorragenden Dissertation bisherige Annahmen im Bereich der Quantifizierung der genetischen Diversität von Populationen. Darüber hinaus entwickelt und optimiert er komplexe genetische und statistische Verfahren mit dem Ziel, die genetischen Grundlagen des menschlichen Gedächtnisses zu ergründen. Seine Arbeiten haben bereits neue Untersuchungen im Forschungsgebiet der molekularen und kognitiven Neurowissenschaften angestossen.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau Dr. phil. Alice Dechêne für ihre Dissertation «Play it again, Sam: Mechanisms of famous repetition effects in social cognition». Alice Dechêne modifiziert mit ihren hochkarätig publizierten Arbeiten bisherige Annahmen im Bereich der sozialen Kognition zu Geläufigkeitseffekten wie dem «mere exposure effect» und dem «truth effect». Wie eigene experimentelle Studien und eine Meta-Analyse zeigen, ist bei der Entstehung beider Effekte neben der Verarbeitungsgeläufigkeit der Kontrast zu weniger geläufigen Reizen massgeblich beteiligt, weshalb Wiederholung alleine nicht ausreichend ist, diese Effekte zu erzeugen. Ihre Arbeiten werden schon vielfach zitiert und haben bereits neue Untersuchungen angestossen.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. phil. Stefan Herzog für sein Forschungsprojekt «The Power of Fluency and Aggregation: Two Case Studies in The Cognitive Science of Human Judgment». Stefan Herzog zeigt mit seinen hochkarätig publizierten experimentellen Arbeiten im Bereich der kognitionswissenschaftlichen Urteilsforschung die Wirksamkeit von zwei einfachen, aber mächtigen Prinzipien auf:

  1. Die subjektive «mentale Leichtigkeit» des Gedächtnisabrufs erlaubt Personen, akkurate Aussagen über ihre objektive Welt zu treffen.
  2. Selbst eine einzelne Person kann sich der «Weisheit der vielen» bedienen und damit korrektere Aussagen über die Welt treffen.

Stefan Herzogs Arbeiten haben bereits neue Untersuchungen zu diesen Prinzipien angestossen.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. phil. Malte Friese für seine Forschungen über «The intersection of social cognition and self-regulation research: moderators of the predictive validity of implicit reaction time measures». Malte Friese zeigt mit seinen experimentellen Arbeiten, wie die Verhaltenskontrolle die prädiktive Validität impliziter und expliziter Einstellungsmasse moderiert. Er integriert dabei in hervorragender Weise sozialpsychologische Grundlagenforschung mit klinischen und wirtschaftspsychologischen Anwendungen. Über die Überprüfung theoretischer Modelle hinaus haben die Erkenntnisse praktisches Potenzial, indem gezeigt wird, wann welche Masse zur Verhaltensvorhersage einzusetzen sind.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau PD Dr. phil. Simone Munsch für ihre Forschungen über die Therapie der kindlichen Adipositas und der Binge Eating Störung. Simone Munsch hat mit zwei Psychotherapiestudien wichtige Erkenntnisse für die effiziente und kosteneffektive Behandlung der kindlichen Adipositas und der Binge Eating Disorder erbracht. Die Ergebnisse ihrer methodisch anspruchsvollen Forschung leisten einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlich hoch bedeutsamer Gesundheitsprobleme. Zugleich erweitern sie unser Wissen zu Wirkungen und Prozessen der Psychotherapie.

Der Preis wird weiter verliehen an:

Frau Susanne E. Suter M.Sc. und Frau Harriett J. Huggenberger M.Sc. für ihre gemeinsame Forschung über «Cold Pressor Stress Reduces Left Cradling Preference in Nulliparous Human Females». In ihrer empirischen Forschungsarbeit, die in der international renommierten Zeitschrift Stress publiziert wurde, untersuchten Susanne E. Suter und Harriett J. Huggenberger im Rahmen ihrer Masterarbeit den Einfluss von Stress auf die Betreuer-Kind-Interaktion anhand eines Puppenmodells. Sie zeigten, dass das Linkshalten der Puppe durch einen psychophysiologischen Stressor vermindert wird. Da das Linkshalten einer Puppe Ausdruck einer rechts-hemisphärischen Spezialisierung ist, welche das emotionale Monitoring eines Kindes durch eine Betreuerin begünstigt, kann gefolgert werden, dass Stress das emotionale Monitoring beeinträchtigt. Dieses Ergebnis gibt Hinweise dafür, wie die in unserer Gesellschaft zunehmend offensichtlicher werdenden Stressfaktoren bereits früheste Beziehungen zwischen Mutter und Kind negativ beeinflussen könnten.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau Rahel Bieri B.Sc. für ihre Forschungsarbeit «Der Zuschnitt von Werbung auf die Zielgruppe älterer Menschen». Die Arbeit füllt eine wichtige Forschungslücke und trägt massgeblich zum Verständnis von Altersunterschieden in der Rezeption von Werbung bei. Rahel Bieri integriert in ihrem umfassendem Überblicksartikel Forschungsbefunde aus der kognitiven Psychologie, der Physiologie, der Sozialpsychologie und der Entwicklungspsychologie und stellt ein Werbewirkungsmodell vor, dass Altersunterschiede in der Wahrnehmung, Speicherung und Verarbeitung von Informationen genauso berücksichtigt wie die im Alter veränderte Verhaltensregulation durch Ziele, Werte, Motive und Selbstbild. Das von Rahel Bieri vorgestellte Modell hat direkte Implikationen für die Gestaltung von Werbemassnahmen, insbesondere im Hinblick auf eine adäquate, faire und effektive Ansprache älterer Konsumenten. Die Arbeit von Rahel Bieri stösst daher nicht nur in der Psychologie, sondern auch in der Marketingforschung auf grosses Interesse.

Der Preis wird weiter verliehen an:

Herrn Dr. phil. Timothy J. Pleskac für sein Forschungsarbeit «A Signal Detection Analysis of the Recognition Heuristic», in der er eine der gegenwärtig meistdiskutierten Entscheidungsstrategien, die Rekognitionsheuristik analysiert. Er widmet sich der Frage, ob die Leistung der Strategie darunter leidet oder gar davon profitiert, dass Wiedererkennungsurteile falsch sein können. Um den Zusammenhang zwischen Leistungsfähigkeit der Strategie und Güte der Wiedererkennungsurteile untersuchen zu können, bedient er sich der Signalentdeckungstheorie. Im Widerspruch zu einer häufig geäusserten Intuition findet er, dass die Performanz der Strategie besser wird, wenn die Benutzer der Strategie, ihr Kriterium, ein Objekt als wieder erkannt zu bezeichnen, systematisch mit dem Ausmass ihres Rekognitionswissen ändern. Die Arbeit zeigt exemplarisch, wie man Entscheidungsstrategien stärker in der kognitiven Psychologie und deren Theorien verankern kann. Darüber hinaus repräsentiert sie ein exzellentes Beispiel von Methodenpluralität, in dem sie im Dienste der psychologischen Analyse mathematische Modellierung mit Computersimulationen verknüpft.

Amerbach-Preis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den Amerbach-Preis 2006 der Universität Basel an:

Frau Dr. phil. Noortje Vriends für ihre Forschungsarbeit mit dem Titel «Soziale Phobie – Eine epidemiologische Studie zu Prädiktoren, Inzidenz und Remission». In ihrer Arbeit legt Frau Vriends drei Originalarbeiten zu Prädiktoren, Inzidenz und Remission der Sozialen Phobie vor, welche in international renommierten Fachzeitschriften publiziert wurden. Die Arbeiten untersuchen den Verlauf und die potentiellen Prädiktoren der Sozialen Phobie auf der Grundlage eines prospektiven Designs sowie einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe. Sie ermöglichen neuartige Einsichten und sind wissenschaftlich als hoch prioritär einzustufen. Frau Vriends hat somit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Ätiologie der Sozialen Phobie geleistet, welcher ausserdem wichtige Hinweise für die Prävention und Behandlung dieser Störung liefert.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Herrn Dr. phil. Claude Messner für seine Dissertation Messung der Valenz mittels Reaktionszeiten am Beispiel des Implicit Association Tests (IAT) und der Evaluative Movement Assessment (EMA), die zum Ziel hat, die dem IAT zugrundeliegenden kognitiven Prozesse zu verstehen. Dabei werden auf innovative Weise Theorien der kognitiven Psychologie und in Kombination mit scharfsinnigen Experimenten die Grenzen der Aussagekraft des IAT aufgezeigt und ein neues Verfahren zur Messung individueller Einstellungen vorgeschlagen. Die Dissertation hat das Verständnis eines der wichtigsten Testverfahren in der Psychologie verbessert und Wege gewiesen, neue Verfahren zu konstruieren.

Der Preis wird weiter verliehen an:

Herrn PD Dr. phil. Torsten Reimer für seine Forschungen zu Heuristiken in Gruppenentscheidungen. Die Arbeiten, die sich mit einer zentralen Frage der Entscheidungsforschung beschäftigen, zeigen, dass einfache Entscheidungsstrategien, die das Verhalten von Individuen beschreiben, auch zur Erklärung von Gruppenentscheidungen herangezogen werden können. Die Arbeiten bestechen durch die elegante Verbindung mathematischer Analysen, Computersimulationen und Experimenten. Die Forschungen von Herrn Reimer bereichern unser Verständnis von Gruppenentscheidungen und weisen völlig neue Wege, wie Forschung zu kollektiven und individuellen Entscheidungen verknüpft werden kann.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau Dr. phil. Tanja Michael für ihre Forschungen zur chronischen posttraumatischen Belastungsstörung. Für Forscher wie Behandler war es seit langem ein Rätsel, warum manche Opfer eines traumatischen Erlebnisses eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (PTB) entwickeln, während andere Opfer von dem anfänglichen Schock genesen. Frau Dr. Michael hat in einem ebenso originellen wie fruchtbaren Forschungsprogramm die dafür mindestens zum Teil verantwortlichen Gedächtnisprozesse aufgeklärt. Ihre Forschung hat nicht nur das generelle Verständnis der chronischen posttraumatischen Belastungsstörung PTB verbessert, sondern liefert auch wichtige neue Hinweise für die Behandlung des Leidens. Die Ergebnisse der Arbeiten wurden im letzten Jahr in einer Serie von sechs Artikeln in hochkarätigen internationalen Fachzeitschriften publiziert und erfahren eine weitreichende Rezeption.

Fakultätspreis

Die Fakultät für Psychologie der Universität Basel verleiht den vom Karger Verlag für Medizin und Naturwissenschaften gestifteten Fakultätspreis an:

Frau Dr. phil. Iris-Katharina Penner für ihre Dissertation «Untersuchung von Aufmerksamkeitsprozessen bei Multiple-Sklerose-Patienten mittels Funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT)». Die von Frau Penner vorgelegte Arbeit ist in Inhalt und Form eine im besten Sinne interdisziplinär angelegte kognitiv neurowissenschaftliche Arbeit, die Fragestellungen und Methoden im Grenzbereich von Psychologie, Verhaltensneurologie und funktioneller Neuroanatomie aufeinander bezieht, miteinander integriert und konstruktiv weiterführt. Der Autorin gelingt ein theoretisch fundierter und empirisch differenzierter weiterführender Beitrag zur zentralen Fragestellung der neurowissenschaftlichen Forschung, der Frage des Verhältnisses von Geist, Verhalten und Gehirn.