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Frühe Deutschförderung zeigt Wirkung – besonders bei Kindern mit niedrigen Startbedingungen

Kinder in der KITA

Bild: AdobeStock

Eine gemeinsame Studie des Kantons Basel-Stadt und der Fakultät für Psychologie der Universität Basel zeigt, dass frühe, alltagsnahe Deutschförderung in Spielgruppen und Kindertagesstätten die sprachliche Entwicklung von Kindern wirksam unterstützt.

Die Auswertungen von über 200 Kindern zeigen, dass insbesondere Kinder mit anfänglich geringen Deutschkenntnissen deutlich von der frühen Deutschförderung profitieren und ihren sprachlichen Rückstand verringern können. Dieser Effekt bleibt auch dann bestehen, wenn familiäre Faktoren wie die Lernumgebung zu Hause oder der sozioökonomische Hintergrund berücksichtigt werden. Die frühe Deutschförderung trägt somit unabhängig von familiären Voraussetzungen zur sprachlichen Vorbereitung auf den Kindergarten bei.

Zudem zeigen sich keine Unterschiede in den sprachlichen Fortschritten zwischen Kindern, die eine Kindertagesstätte oder eine Spielgruppe besuchen. Die Forschenden gehen davon aus, dass weniger die Betreuungsform als vielmehr die Qualität der sprachlichen Förderung im Alltag entscheidend ist.

Für die Praxis unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung früher alltagsnaher Sprachförderung vor dem Kindergarteneintritt. Gleichzeitig weisen die Befunde darauf hin, dass Kinder je nach sprachlichem Ausgangsniveau unterschiedlich auf die Förderung reagieren. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob künftig differenziertere Förderangebote für Kinder mit sehr niedrigen gegenüber moderaten Deutschkenntnissen sinnvoll sind.

Medienmitteilung
BaZ-Artikel
Swissinfo

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