Die Studie COBITH („Cognitive Obsessional Biases and Thinking“) untersucht Denk- und Verhaltensmuster bei Menschen, die unter aufdringlichen, unerwünschten Gedanken leiden. Solche Gedanken treten häufig im Rahmen einer Zwangsstörung auf und können mit starker Anspannung, Angst oder ritualisierten Handlungen einhergehen, die dazu dienen, diese Belastung zu verringern. Obwohl die Zwangsstörung gut mit kognitiver Verhaltenstherapie behandelbar ist, sprechen nicht alle Betroffenen ausreichend darauf an. Daher besteht Forschungsbedarf zu ergänzenden, neuen Therapieelementen.
Im Zentrum von COBITH steht die Frage, wie bestimmte gedankliche Prozesse zur Aufrechterhaltung belastender Gedanken beitragen – und ob ein gezieltes, computerbasiertes Training helfen kann, diese Muster positiv zu beeinflussen. Das Training, das in dieser Studie eingesetzt wird, ist keine Therapie, sondern ein möglicher Baustein, der langfristig in therapeutische Ansätze integriert werden könnte, wenn sich positive Effekte zeigen.
Die Studie besteht aus zwei Teilen: einer Vorstudie und einer achtwöchigen Hauptstudie. Nach einem Aufklärungsgespräch findet zunächst ein diagnostisches Interview per Videoschaltung statt. Auf dieser Grundlage wird geprüft, ob die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sind. Je nach Ergebnis ist die Teilnahme an der Vorerhebung, an der Hauptstudie oder an beiden möglich.
Die Vorerhebung umfasst zwei kurze Online-Termine, an denen die Teilnehmenden selbstständig Computeraufgaben bearbeiten und Fragebögen ausfüllen.
In der Hauptstudie werden die Teilnehmenden per Zufall einer von zwei Gruppen zugeteilt. Beide Gruppen erhalten ein leicht unterschiedliches Computertraining. Die Studie ist doppelblind angelegt – weder die Teilnehmenden noch die Prüfpersonen wissen, welcher Gruppe eine Person zugeordnet ist. So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse möglichst objektiv sind.
Während der acht Wochen nehmen die Teilnehmenden an mehreren kurzen Gesprächen per Videoschaltung teil, bearbeiten insgesamt zehn computergestützte Trainingseinheiten und beantworten online Fragebögen. Alle Studienteile finden vollständig digital statt; eine Anreise nach Basel ist nicht erforderlich.
Die Studie wird von der Abteilung Klinische Psychologie und Epidemiologie der Universität Basel ausschliesslich online durchgeführt und entspricht allen gesetzlichen Vorgaben der Schweiz und der EU zur Forschung mit Menschen. Die zuständige Ethikkommission hat das Projekt geprüft und bewilligt.
Prof. Dr. Roselind Lieb; PD Dr. Karina Wahl; Dr. Daniel Tönsing
Abteilung Klinische Psychologie und Epidemiologie
Universität Basel, Missionsstrasse 62a, 4055 Basel
Tel.: (+41) 61 207 0566
E-Mail: cobith-psychologie@clutterunibas.ch
Flyer: t3://file?uid=4909