Wissenschaft als Beruf(ung)

Der Beruf als Wissenschaftlerin bietet vielfältige Möglichkeiten und eine Grundausbildung in Psychologie ist eine sehr gute Voraussetzung für wissenschaftliche Karriere in Forschung, Industrie und öffentlicher Verwaltung. Welche Karriereabschnitte und Möglichkeiten gibt es für Frauen in der Wissenschaft?

Wortwolke in lila, blau, violett, zentriert um das Wort Promotion. Andere Worte sind Professor*in, Doktorandin oder Ehrendoktor.

Erwerb wissenschaftlicher Kompetenzen und Aufbau methodischer Kenntnisse (© Universität Basel)

Das Ziel und die Funktion des Doktorats ist der Erwerb wissenschaftlicher Kompetenzen und der Aufbau von methodischen Kenntnissen. Auch wenn der Ablauf und die Voraussetzungen für ein Doktorat in der Promotionsordnung einheitlich geregelt sind, gibt es mehrere Möglichkeiten für ein Doktorat:

  • Anstellung als Promotionsstudierende in einer universitären Einheit: Diese Möglichkeit beinhaltet in der Regel eine 100%-Anstellung für die Dauer der Promotion. Dabei fallen neben der Forschung noch Lehrtätigkeiten (in der Regel von einer Veranstaltung pro Semester) und administrative Tätigkeiten an. Das Salär beträgt meistens ca. CHF 47'000 bis CHF 50'000 pro Jahr.
  • Anstellung als Drittmittel-Promotionsstudierende in einer universitären Einheit: Der grösste Teil der Forschung ist drittmittelge-/unterstützt. Die Promotionsstudierenden stellen einenDrittmittelantrag bei einem universitätsinternen oder -externen Drittmittelgeber und ermöglichen sich hiermit eine Promotion.. In der Regel sind diese Stellen auf drei Jahre begrenzt, dafür entfallen die Lehr- und administrativen Tätigkeiten. Das Salär beträgt in der Regel ca. CHF 47'000 bis CHF 50'000 pro Jahr.
  • Externes Doktorat: Auch bei einer externen Anstellung, beispielsweise in einem Spital, ist eine Promotion an der Fakultät für Psychologie möglich. In diesem Fall ist eine fakultätsinterne Betreuung der Promotion notwendig. Zudem sollte beachtet werden, dass die externe Anstellung genug zeitliche und inhaltliche Freiheitsgrade für eine erfolgreiche Durchführung des Doktorats bietet.
  • get on track:  Die Universität Basel bietet semesterweise Entlastungsoptionen, wie beispielsweise temporäre Vertretungen von Aufgaben im Rahmen der Anstellungen, an hochqualifizierte Doktorierende mit Familienaufgaben.
  • antelope: antelope ist ein neues, kompaktes, exklusives und kostenloses Karriereprogramm der Universität Basel. Es richtet sich an hochqualifizierte Doktorandinnen aller Fakultäten. 10 Monate lang werden 40 Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Mentorships, massgeschneiderten Trainings, Coachings und Vernetzung bei der systematischen Planung und Entwicklung ihrer Laufbahn gefördert und auf künftige Führungs- und Managementaufgaben vorbereitet.
Postdoc

Eigenes Forschungsgebiet

Nach der Promotion gilt es, sich als eigenständige Forscherin zu etablieren, das heisst ein eigenes Forschungsgebiet zu entwickeln, Drittmittel einzuwerben, sich international zu vernetzen, in der Lehre aktiv zu sein und vor allem zu publizieren – ppublish or perish! Eine PostDoc-Anstellung an der Fakultät für Psychologie dauert in der Regel 6 Jahre und hat die Habilitation oder einen gleichwertigen Leistungsausweis als Ziel.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung von Projekten und der eigenen Karriere, wie beispielsweise den Forschungsfonds der Universität Basel. Weitere Möglichkeiten:

  • SNF Mobility Stipendium: Die PostDoc-Zeit wird sinnvollerweise durch Auslandsaufenthalt(e) komplementiert. Der SNF unterstützt diese durch Mobility-Stipendien.
  • Ambizione: Die Rückkehr aus dem Ausland und der Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe wird gezielt durch das Ambizione-Programm des SNF gefördert, welches das Salär und die Forschungsmittel für maximal 3 Jahre umfasst.
  • Antelope: antelope ist ein Karriereprogramm der Universität Basel und richtet sich an hochqualifizierte Doktorandinnen aller Fakultäten. 10 Monate lang werden 40 Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Mentorships, massgeschneiderten Trainings, Coachings und Vernetzung bei der systematischen Planung und Entwicklung ihrer Laufbahn gefördert und auf künftige Führungs- und Managementaufgaben vorbereitet.

Um die Mehrbelastung durch Familie und wissenschaftlicher Karriere in der sogenannten rush hour of life auszugleichen, werden verschiedene unterstützende Massnahmen angeboten:

  • Marie Heim-Vögtlin-(MHV)-Beiträge des SNF:Die MHV-Beiträge richten sich an Doktorandinnen und Postdoktorandinnen in der Schweiz, die ihre Forschungstätigkeit aufgrund ihrer familiären Situation unterbrechen oder reduzieren mussten. MHV ermöglicht die Verbesserung des wissenschaftlichen Profils und eine längerfristige Fortsetzung der wissenschaftlichen Karriere mit einem eigenen Forschungsprojekt.
  • Gleichstellungsbetrag des SNF: Der Gleichstellungsbeitrag richtet sich an vom SNF geförderte Nachwuchswissenschaftlerinnen. Mit dem Beitrag wird ihnen zusätzlich individuelle und flexible Unterstützung für die Karriereentwicklung ermöglicht.
  • Entlastungsbeitrag 120% des SNF: Der Entlastungsbeitrag 120% richtet sich an Postdoktorierende, welche im Rahmen eines vom SNF unterstützten Forschungsprojektes zu mindestens 80% angestellt sind und die in dieser wichtigen Phase der Karriere Kinder betreuen und mehr Flexibilität benötigen. Der Beitrag unterstützt die Vereinbarkeit einer akademischen Karriere mit familiären Verpflichtungen, indem er Teilzeitanstellungen fördert. Ein Beitrag ermöglicht eine vorübergehende Reduktion des Arbeitspensums bei gleichzeitiger Anstellung einer Supportperson.
  • stay on track: Die Universität Basel bietet semesterweise Entlastungsoptionen, wie beispielsweise temporäre Vertretungen von Aufgaben im Rahmen der Anstellungen, an hochqualifizierte Postdoktorandinnen und Habilitandinnen in der ersten Phase der Mutterschaft.

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Wege zur Profesorin

Akademische Laufbahn

Die Grenzen zwischen PostDoc und Professorin sind in den letzten Jahren zunehmend durchgängiger gestaltet worden, so dass die Planbarkeit einer langfristigen wissenschaftlichen Karriere verbessert wurde, auch wenn die wissenschaftliche Exzellenz die notwendige Voraussetzung bleibt. Diese Entwicklung wurde massgeblich durch die Einführung von SNF-Förderungsprofessuren und die zunehmende open rank-Ausschreibung begünstigt.

  • SNF-PRIMA: PRIMA-Beiträge richten sich an hervorragende Forscherinnen, die ein hohes Potenzial für eine Professur aufweisen. PRIMA-Beitragsempfängerinnen führen ein Forschungsprojekt unter ihrer Leitung und mit einem eigenen Team an einer Schweizer Forschungsinstitution durch.
  • SNF-Förderungsprofessur:Die SNF-Förderungsprofessuren richten sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine akademische Laufbahn anstreben, und erlauben ihnen den Aufbau eines eigenen Teams zur Umsetzung eines Forschungsprojekts. Eine Förderungsprofessur umfasst das eigene Salär (Niveau Assistenzprofessur), einen Forschungsbeitrag, Saläre für Mitarbeitende und einen Beitrag zur Deckung der Infrastrukturkosten. Die Beitragsdauer beträgt vier Jahre und kann um maximal zwei Jahre verlängert werden.

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