Entwicklung testpsychologischer Verfahren

Kontakt:   Prof. Dr. Alexander Grob

Beteiligte Personen:

Prof. Dr. Alexander Grob
M.Sc. Silvia Grieder
M.Sc. Salome Odermatt

Theoretischer Hintergrund:
Psychometrische Testverfahren haben sowohl in der psychologischen Forschung als auch in der psychologischen Praxis (z.B. Schulpsychologie, Berufsberatung, Personalauswahl oder klinische Psychologie) eine grosse Bedeutung. Deshalb ist es zentral, Testverfahren bereitzustellen, die eine objektive, reliable und valide Einschätzung psychologischer Merkmale ermöglichen.

Intelligence and Development Scales–2 (IDS-2)

Seit mehreren Jahren finden die Intelligence and Development Scales (IDS; Grob, Meyer & Hagmann-von Arx, 2009, 2013) für Kinder von 5 bis 10 Jahren in der psychologischen, psychiatrischen und pädiatrischen Praxis rege Anwendung. Die IDS ermöglichten zum ersten Mal eine umfassende Einschätzung kindlicher Stärken und Schwächen–inter- wie auch intraindividuell–in den entwicklungsdiagnostisch bedeutsamsten Funktionsbereichen.Mit der Publikation der zweiten Version der IDS (der IDS-2; Grob & Hagmann-von Arx, 2018) im Herbst 2018 wurde die Altersspanne um das Jugendalter erweitert. Die IDS-2 ermöglichen somit eine umfassende, reliable und valide Einschätzung der kognitiven Funktionen (Intelligenz und Exekutive Funktionen) und Entwicklungsfunktionen (Psychomotorik, Sozial-Emotionale Kompetenz, Schulische Kompetenzen und Arbeitshaltung) von Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 20 Jahren.

Migrationsfaire Einstufung in die Schule mit den Intelligence and Development Scales–Migration (IDS-M)
Die kognitiven Funktionen (Intelligenz und Exekutive Funktionen) der IDS-2 orientieren sich an aktuellsten Theorien und Forschungsbefunden und beinhalten somit sowohl sprachliche als auch nicht-sprachliche Anteile in Bezug auf Aufgabeninhalte, Instruktionen und Antwortformate. Um eine faire Einschätzung der Intelligenz und Exekutiven Funktionen für Kinder und Jugendliche mit geringen oder nicht existenten Deutschkenntnissen zu ermöglichen, werden die Bereiche Intelligenz und Exekutive Funktionen der IDS-2 in der Hinsicht adaptiert, dass sie sowohl sprachfrei als auch kulturfair (kurz: migrationsfair) sind. Um eine standardisierte Durchführung sowie die Erklärung der Aufgabenstellung und das Erteilen von Feedback zu erleichtern, werden die IDS-M zu grossen Teilen am Tablet durchgeführt.
Ziel des aktuellen Masterprojektes ist es folglich, IDS-2-Subtests mit minimalen sprachlichen Voraussetzungen sowohl nonverbal als auch kulturfair zu adaptieren und diese bei Kindern mit nicht existenten Deutschkenntnissen (z.B. Flüchtlinge) oder minimalen Deutschkenntnissen (z.B. Kinder, die erst seit wenigen Monaten im deutschsprachigen Raum leben) zu validieren. Damit soll ein Set von Subtests der IDS-2 für eine computerbasierte sprachfreie und kulturfaire Einschätzung der Intelligenz und Exekutiven Funktionen bereitgestellt werden.

Erweiterung der differentiellen Validität derIDS-2
Die Studien zur differentiellen Validität der IDS-2 sollen erweitert werden, indem Kinder und Jugendliche mit einer Entwicklungsauffälligkeit (z.B. einer Autismus-Spektrum-Störung) in die Validierungsstudien einbezogen werden. Im Rahmen der differentiellen Validität wird geprüft, ob sich Kinder und Jugendliche mit einer Entwicklungsauffälligkeit von unauffälligen Probanden unterscheiden.

Finanzierung
Lehrstuhl Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie

  • Alessandra Arlati
    Zusammenhang zwischen sprachlichen Fähigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten: Soziale Kompetenz als Mediator?
  • Jasmin Bürgin
    Zusammenhänge zwischen Optimismus, Pessimismus, Lebensqualität und Geschlecht
  • Gabrijela Garic
    Intelligenz und schulische Kompetenzen: Gibt es Unterschiede zwischen links und rechtshändigen Kindern und Jugendlichen?
  • Petra Villiger
    Geschlechtsinvarianz der Exekutiven Funktionen und der Sozial-Emotionalen Kompetenz in den IDS-2 bei Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren