Mündliche Masterprüfung

Die Masterprüfung bildet den Abschluss des Studiums in Form einer 30-minütigen mündlichen Prüfung in der jeweiligen Vertiefungsrichtung. Mit der Masterprüfung weisen Studierende nach, dass sie die theoretischen Ansätze, Befunde und Modelle, Diskussionen und Kontroversen sowie Methoden und Vorgehensweisen der Vertiefungsrichtung kennen, verstehen, anwenden und kommunizieren können. Die Masterprüfung besteht aus einer 30-minütigen mündlichen Prüfung mit einer Professorin, einem Professor oder mit einem habilitierten Mitglied der Fakultät und einer Beisitzerin oder einem Beisitzer. Die Prüfungsvorgaben der Masterprüfung werden durch die verantwortlichen Professorinnen oder Professoren der jeweiligen Vertiefungsrichtung festgelegt und frühzeitig auf dieser Website (siehe unten) angegeben.

 

Anmeldung

Masterprüfungen finden jedes Semester statt, d.h. für das Frühjahrssemester in den Kalenderwochen 21/22 sowie für das Herbstsemester in den Kalenderwochen 50/51. Eine fristgerechte Anmeldung beim Studiendekanat ist ab Kalenderwoche 14 beziehungsweise 43 möglich und notwendige Vorausetzung für die Masterprüfung. Voraussetzung für die Zulassung zur Masterprüfung ist die bestandene Masterarbeit. Masterprüfungen werden in der Regel von den Professorinnen und Professoren, welche die Masterarbeit betreut haben, durchgeführt.

 

Ablauf

Die Masterprüfung umfasst Basiswissen und vier persönliche Schwerpunkte (Thema, Grundlagen, Vertiefung). Ein Schwerpunkt umfasst einen Integrationsartikel (Review/Meta-ananlyse) sowie zwei Originalarbeiten. Die Prüfung fokussiert auf die persönlichen Schwerpunkte und thematisiert in besonderer Weise integratives Wissen und das fachliche Verständnis. Die Masterprüfung hat in allen Vertiefungsrichtungen vergleichbare Anforderungen, welche im Folgenden beschrieben werden:

  • Thema: Zu Beginn der Masterprüfung wird ein von den Studierenden individuell ausgewähltes und vorgängig vereinbartes Thema auf der Grundlage von wissenschaftlichen Publikationen präsentiert und diskutiert.
  • Grundlagen: In der Masterprüfung wird die Kenntnis der Grundlagen der jeweiligen Vertiefungsrichtungen vorausgesetzt. Diese Grundlagen sind anhand von ausgewählten Büchern und/oder wissenschaftlichen Publikationen (etwa in Form von Übersichts- oder Reviewartikeln oder von Metaanalysen) expliziert und auf dieser Website (siehe unten) angegeben. Fragen zu den Grundlagen können Gegenstand der Prüfung sein.
  • Vertiefung: In der Masterprüfung werden die vertiefungs- und abteilungsspezifischen Bereiche und Themen geprüft (etwa auf der Grundlage von Originalarbeiten), welche anhand von wissenschaftlichen Publikationen oder anderer relevanter Literatur expliziert werden.

 

Benotung

Die Benotung der Masterprüfung basiert auf der Einschätzung der/des Prüfenden zu der inhaltlichen Präzision, strukturellen Gliederung und wissenschaftlichen Kommunikation des Themas sowie des Umfangs, der Tiefe und Verarbeitung sowie der Kommunikation und Korrektheit von Grundlagen- und Vertiefungswissen. Die Masterprüfung wird von einer Prüferin bzw. einem Prüfer in Gegenwart einer Beisitzerin bzw. eines Beisitzers abgenommen, schriftlich dokumentiert und benotet. Prüfende sind habilitierte Mitglieder der Fakultät. Beisitzende müssen ein Universitätsstudium im Fach Psychologie auf der Stufe eines Masterstudiums abgeschlossen haben. Eine nicht bestandene Masterprüfung kann einmal wiederholt werden. Die Wiederholung findet zum nächstmöglichen Prüfungstermin statt. Ein zweites Nichtbestehen führt zum Ausschluss vom Studium in Psychologie. Der Ausschluss wird von der Fakultät mittels Verfügung mitgeteilt.

 

Prüfungsliteratur für Masterprüfungen

Es gilt zu beachten, dass alle folgenden Angaben ausschliesslich für die aktuelle Prüfungsperiode gültig sind.

Grundlagen
Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie (Prof. Dr. Alexander Grob)
  • Siegler, R., Eisenberg, N., DeLoache, J. & Saffran, J. (2016). Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg: Springer-Verlag.
  • Grob, A. & Jaschinski, U. (2003). Erwachsen werden. Entwicklungspsychologie des Jugendalters. Weinheim: Beltz PVU.
  • Stemmler, G., Hagemann, D., Amelang, M. & Spinath, F. M. (2016). Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung (8. Auflage). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Asendorpf, J. B. & Neyer F.J. (2012). Psychologie der Persönlichkeit (5. Auflage). Berlin: Springer.
Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. Jana Nikitin)
  • Stemmler, G., Hagemann, D., Amelang, M. & Spinath, F. M. (2016). Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung (8. Auflage). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Asendorpf, J. B. & Neyer F.J. (2012). Psychologie der Persönlichkeit (5. Auflage). Berlin: Springer.
  • Siegler, R., Eisenberg, N., DeLoache, J. & Saffran, J. (2016). Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg: Springer-Verlag.
  • Grob, A. & Jaschinski, U. (2003). Erwachsen werden. Entwicklungspsychologie des Jugendalters. Weinheim: Beltz PVU.
Allgemeine Psychologie und Methodologie (Prof. Dr. Klaus Opwis)

Die Grundlagen umfassen grundlegendes allgemein-, kognitions- und entwicklungspsychologisches Fachwissen. Der Inhalt der angegebenen Kapitel aus folgenden beiden Lehrbüchern (oder äquivalentes Fachwissen) wird vorausgesetzt:

  • Spada, H. (2006). Allgemeine Psychologie. Bern: Huber: Kapitel 2. Wahrnehmung. (S. 25-114), Kapitel 3. Gedächtnis und Wissen. (S. 115-196), Kapitel 4. Problemlösen, Denken, Entscheiden. (S. 197-276)
  • Siegler, R., DeLoache, J. & Eisenberg, N. (2005).  Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Elsevier: München: Kapitel 3. Biologie und Verhalten. (S. 115-176), Kapitel 4. Theorien der kognitiven Entwicklung. (S. 177-238), Kapitel 5. Die Entwicklung des Sprach- und Symbolgebrauchs. (S. 295-354), Kapitel 7. Die Entwicklung von Konzepten. (S. 355-408)

Nach Absprache mit den Prüfenden sind auch andere Lehrbücher wählbar.

Schwerpunkt
Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie (Prof. Dr. Alexander Grob) und Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. Jana Nikitin)

Studierende wählen vier Themenfelder mit jeweils einem Übersichtsartikel (Review) und zwei Originalarbeiten mit jeweils zwei Thesen. Davon soll mindestens ein Themenfeld aus dem Vertiefungsbereich Entwicklungspsychologie und ein Themenfeld aus dem Bereich Persönlichkeitspsychologie sein. Studierende bezeichnen dabei das Themenfeld, mit welchem begonnen wird. Studierende bezeichnen zwei Schwerpunkte, in denen sie zu Beginn geprüft werden möchten. Einer der Schwerpunkte wird von den Prüfenden ausgewählt.

Im Folgenden ist das Vorgehen in einem Beispiel zum Schwerpunkt Medien und Schlaf in der Adoleszenz  dargestellt:

  • Übersichtsartikel: Cain, N. & Gradisar, M. (2010). Electronic media use and sleep in school-aged children and adolescents: A review. Sleep Medicine, 11, 735-742.
  • These 1: Die problematische Nutzung von sozialen Netzwerken weist einen positiven Zusammenhang mit Schlafstörungen und tiefer Schlafqualität im Jugendalter auf. Literatur dazu: Vernon, L., Barber, B. L. & Modecki, K. L. (2015). Adolescent problematic social networking and school experiences: The mediating effects of sleep disruptions and sleep quality. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking, 18, 386-392.
  • These 2: Fernsehen während dem Abendessen und das Vorhandensein eines Computers im eigenen Zimmer sind mit einer kürzeren Schlafdauer bei Jugendlichen assoziiert. Literatur dazu:Continente, X., Pérez, A., Espelt, A. & López, M. J. (2017). Media devices, family relationships and sleep patterns among adolescents in an urban area. Sleep Medicine, 32, 28-35.
Allgemeine Psychologie und Methodologie (Prof. Dr. Klaus Opwis)

Studierende wählen vier persönliche Themenschwerpunkte mit jeweils einem Übersichtsartikel/Review/Metananalye und zwei Originalarbeiten. Die Themen sollen sich hinlänglich vom Thema der Masterarbeit unterscheiden und sowohl kognitions- als auch entwicklungspsychologische Perspektiven berücksichtigen. Als Originalarbeiten gelten Beiträge in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Dabei soll für jedes Thema eine der gewählten Arbeiten ein Übersichtsartikel, ein Reviewartikel oder eine Metaanalyse sein. Die ausgewählten Arbeiten werden in Form von kurzen, d.h. einseitigen Zusammenfassungen  inklusive Fragestellung, Methode, Ergebnisse, Diskussion aufbereitet und als schriftlichen Zusammenfassungen spätestens eine Woche vor der Prüfung beim Prüfer abgegeben.