Erfahrungsbericht einer Studierenden der Vertiefungsrichtung Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie

Mein Masterstudium in Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie war ein persönliches, abwechslungsreiches und herausforderndes Studium, in dem ich mich mit aktuellen Themen der Wirtschaft und Forschung aus Sicht der Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie auseinandersetzte, in dem es mir nie langweilig wurde und immer etwas los war, in dem ich viele neue Kontakte knüpfte, in dem ich sehr viel Gestaltungsspielraum hatte, in dem ich durch die super Betreuung sehr gut aufgehoben war, in dem ich mich gezielt auf den Berufseinstieg vorbereiten konnte und in dem ich mir eine sehr gute Basis und vielversprechende Perspektiven erarbeitet habe. Die Themen in der Vertiefungsrichtung Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie sind sehr vielfältig: Dazu gehören Gruppen, Führung, sozialer Einfluss, Entscheidungen, Vorhersagen, Verhandlungen, Appraisal Interviews, Assessment-Center, Risikowahrnehmung und und und. Man arbeitet oft in kleinen Gruppen, ist viel mit Leuten in Kontakt und kann Projekte eigenständig aber gemeinsam durchführen. Deshalb und weil es nicht so viele Studierende sind, kennt man sich in diesem Master, es ist eher klein und familiär.

Masterprojekt und Masterarbeit

Das Masterprojekt und die Masterarbeit bilden das Herz des Masterstudiums. Es gibt Masterprojekte in den Richtungen Organisationspsychologie, Sozialpsychologie, Economic Psychology, Cognitive and Decision Sciences oder Decision Neuroscience. Ich selbst war im Masterprojekt Sozialpsychologie, das mir sehr viel Spass gemacht hat. Im Masterprojekt arbeiteten wir in kleinen Gruppen oder manchmal auch allein an einem eigenen Forschungsprojekt und tauschten uns darüber aus. Die enge Betreuungssituation ist sicher eine der Stärken dieser Vertiefungsrichtung. Aus dem Masterprojekt ergab sich die Masterarbeit, in der ich mich in ein von mir gewähltes Thema eingehend vertiefen und eine eigene Forschungsarbeit dazu durchführen konnte. Ich habe eine eigene Studie entworfen, durchgeführt, ausgewertet und schliesslich berichtet. Die Masterarbeit fand ich toll, weil ich mein eigenes Ding machen konnte, aber immer sehr gut betreut war. Was mir wahnsinnig gut gefällt an der Forschung und was mir auch am Master sehr gefallen hat, ist das Spielerische, Kreative: das Entwerfen von Studien, das Experimentieren, Versuchen und noch einmal anders von vorn Beginnen.

Seminare und Vorlesungen

Durch die verschiedenen Veranstaltungen, die ich neben dem Masterprojekt besuchte, war mein Studium sehr abwechslungsreich und ich hatte viel Gestaltungsspielraum, um mich zu spezialisieren. Ich habe zum Beispiel ein Praxisseminar in Zusammenarbeit mit dem Ressort Personal- und Organisationsentwicklung der Uni Basel besucht. Wir konnten in Gruppen Trainingskonzepte erarbeiten als Vorschlag für einen Workshop (Thema Coaching und Führung), der real durchgeführt werden würde. Sehr gute Konzepte hatten die Chance, auch wirklich in die Praxis übersetzt zu werden. Mit dem Science Track gibt es die Möglichkeit, sich bereits während des Studiums auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorzubereiten. Die Workshops, an denen man im Master Science Track teilnehmen kann, werden von international renommierten Forschenden geleitet, denen man wahrscheinlich sonst nur als Name auf Papern begegnen würde.

Berufliche Perspektive

Die Vertiefungsrichtung Sozial-, Wirtschafts- und Entscheidungspsychologie eröffnet viele berufliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel in den Bereichen Human Resources oder Personal- und Organisationsentwicklung, Unternehmensberatung oder auch im Bereich Coaching. Zu Beginn des Bachelorstudiums hatte ich das Ziel, Psychotherapeutin zu werden, während des Studiums entdeckte ich jedoch meine Begeisterung für die Sozialpsychologie. Die Begeisterung geht sogar so weit, dass ich mich für ein Doktorat entschieden habe – die Forschung an einer Uni oder Fachhochschule ist also eine weitere Möglichkeit. Ich könnte mir ebenfalls sehr gut vorstellen, später in der Wirtschaft in der Markt- beziehungsweise Sozialforschung zu arbeiten. Es gibt auch Leute, die sich nach dem Studium für etwas ganz anderes entscheiden und in den klinischen Bereich oder zum Beispiel auch in die Integrationsberatung gehen. In der Sozialpsychologie kenne ich auch Leute, die gern im Bereich Gesundheitspsychologie oder Sportpsychologie arbeiten würden. Ich habe im Masterstudium zwei Praktika gemacht, ein Forschungspraktikum an der Uni und eins in der Wirtschaft an einem Sozialforschungsinstitut. Beide haben sich für mich extrem gelohnt, waren sehr spannend und lehrreich. In meinem Praktikum in der Wirtschaft habe ich gesehen, dass mir das Studium auch ausserhalb der Uni sehr viel bringt, sowohl mein inhaltliches Wissen als angehende Psychologin als auch mein methodisch-statistisches Können. In Praktika machst du wichtige Erfahrungen für später und kannst eventuell auch darüber den Berufseinstieg finden. Es gibt auch viele, die nach dem Master ein halbes Jahr Praktikum machen oder den Master für ein Praktikum unterbrechen.

Looking back

Ich freue mich über meinen Abschluss und bin sehr gespannt, wie’s weitergeht. Einerseits blicke ich auf sehr viele tolle Erfahrungen zurück, innerhalb aber auch ausserhalb des Studiums, und ich habe viele neue Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Basel habe ich als sehr angenehm offen und lebendig erlebt, man kann schnell mal über die Grenze und findet leicht neue Kontakte, und im Sommer an den Rhein ist natürlich toll! Andererseits habe ich mir mit dem Master eine sehr gute Basis erarbeitet, freue mich über meine beruflichen Perspektiven und fühle ich mich bestens qualifiziert, um meinen eigenen Weg und einen guten Stand im Beruf zu finden. Ich habe das Gefühl, es gibt diverse Möglichkeiten und Felder, die mir nach diesem Studium offenstehen.